Mit unruhigem Herzen einfach vor Gott

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

fast jeder von uns möchte sich Zeit für sich nehmen und sich erholen. Für viele von uns sind die Sommerferien die Zeit, in der wir mehr Ruhe und Zeit haben. Wir machen Urlaub, wir besuchen Freunde, wir gehen wandern und staunen über die Natur. Manchmal gelingt es uns, diese Tage zu erleben, ohne dass wir über viele Sachen nachdenken, die unsere innere Ruhe zerstören können, und manchmal auch nicht. Beim Lesen habe ich einen schönen Text von Benedikt Müntnich gefunden, der uns ermutigt auch mit unseren unruhigen Herzen einfach vor Gott zu kommen.

Er schreibt:

Wir machen beim Beten oft den Fehler, etwas Besonderes zu erwarten. Wenn das nicht eintritt, sind wir enttäuscht und geben auf. Aber Gott will gar nichts Besonders. Er will nur, dass wir mit unseren unruhigen Herzen einfach vor ihm da sind. Durch ihn wird unsere Seele still. Vielleicht passiert für den Augenblick nicht viel. Aber Gott lohnt das Warten auf ihn - mit dem Glück seiner Gegenwart, das zumeist ein stilles Glück ist, aber dann ist es von Dauer. Gott ist wirklich der liebende Gott, auch wenn es das völlig ungeschmälerte Glück in diesem Leben nicht gibt. Dieses ist uns für das ewige Leben aufbewahrt. Und doch: Gott ist wirklich da in unserem Leben! Der Heilige Geist bewirkt, dass dieses Vertrauen in unserem Herzen ist.

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen noch eine ruhige Sommerferien-Zeit und bleiben Sie gesund. Ich freue mich schon auf unsere weitere Begegnung nach den Sommerferien.

P. Gasto

Ich werde für dich sorgen

08.08.2020 - Kennst du diese Geschichte: Der Prophet Elija war in Not geraten. Kein Regen fiel auf das Land. Kein Wasser ist mehr da und keine Ernte. Er hat nichts zu essen und zu trinken. Elija hört die Stimme Gottes: Geh nach Sarepta und besuche die dort lebende Witwe und ihren Sohn. Sie wird für dich sorgen. Ohne zu zögern geht Elja zu ihr und bittet sie um Wasser und Brot. Da zeigt sich, dass sie selbst nichts hat. Sie bereitet sich mit ihrem Sohn auf ihre letzte Mahlzeit auf den letzten Resten vor, um dann zu sterben. Elija überredet sie, ihm noch eine Kleinigkeit zuzubereiten und verspricht ihr dazu auch noch, dass sie in Zukunft in Fülle leben würde. Keine Ahnung, was die Witwe bewogen hat, diesem törichten Versprechen zu glauben. Doch sie tut es und es geschieht wie Elija ihr gesagt hatte: Der Mehltopf wurde nicht leer, der Ölkrug versiegte nicht mehr (nach 1 Könige 1,1-16).

Kaum zu glauben, was dieses unverbrüchliche Vertrauen des Elija in seinen Gott und der Witwe in die Worte des Elija bewirkte. So geschehen Wunder: Im Zuspruch an den anderen, in der Verheißung und im Aufzeigen eines Weges. – Stehen wir einander bei in diesen Krisenmonaten, dann wird es allen gut ergehen.

Gebet:

Herr, zeige mir die Möglichkeiten,
die Dinge zu verändern, die ich verändern kann,

und gib mir die Kraft,
die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann,

und gib mir die Weisheit,
eines vom anderen zu unterscheiden.

(aus Irland)

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Woche.

P.Gasto